Stehst du wirklich dahinter?
Wenn man an erfolgreiche und visionäre Gründer:innen denkt, denkt man vielleicht an Steve Jobs, Coco Chanel, Mark Zuckerberg oder Whitney Wolfe Herd von der Dating-App »Bumble«.
Ich vermute, dass nur wenige Leute auf Anhieb an Brian Chesky denken. Zumindest ging es mir bis vor einigen Monaten so, wenn man mich nach visionären Gründer:innen gefragt hätte.
Interessant ist jedoch, dass das Unternehmen, das Brian Chesky mitbegründete, weltweit bekannt ist. Der Unternehmensname fällt oft, wenn man über disruptive Ideen, Startup-Stories, Tourismus oder über die Plattformökonomie spricht. Brian Chesky ist nämlich einer der Gründer von Airbnb.
Es ist schwer, am Namen Airbnb vorbeizukommen. Viel zu oft fiel in meinem Bekanntenkreis die Aussage: »Ich nahm mir einfach ein Airbnb.« Als kleine Randnotiz an dieser Stelle: Airbnb steht für »AirBed and Breakfast«. Das war nämlich die Anfangsidee von »Airbnb«.
Trotz der Tatsache, dass mir Airbnb schon seit Jahren ein Begriff ist, setzte ich mich nie in der Tiefe mit der Geschichte hinter dem Unternehmen und den Gründern auseinander. Doch vor einigen Monaten nahm ich mir die Zeit und las das Buch »Die Airbnb-Story« von Leigh Gallagher.
Bedauerlicherweise fand ich keine Neuauflage des Buches, das beispielsweise die Corona-Pandemie oder die bekannte »Icons-Kampagne« beinhaltet. Deshalb versuchte ich, den weiteren Verlauf der Geschichte durch Interviews und Berichte in Erfahrung zu bringen.
Irgendwann stieß ich auf ein Interview mit Brian Chesky, in dem er erwähnte, dass echte Künstler:innen ihren Namen unter ihr Werk setzen möchten.
Ich stellte mir dann sofort die Frage, worunter ich denn meine Unterschrift setzen würde? Ich dachte dabei an vergangene Gespräche, Projekte und die vergangenen Tage. Interessant war für mich am Ende die Unterscheidung, die ich traf.
Da, wo ich nur reagierte, hätte ich nicht meine Unterschrift daruntergesetzt. Da, wo ich bewusst handelte und die Situation bewusst gestaltete, hätte ich sie jedoch sehr wohl daruntergesetzt.
Im Grunde lag die Unterscheidung darin, wie ich arbeitete. Wie ich reagierte, wenn etwas nicht so lief wie geplant. Wie ich mit neuen Herausforderungen umging oder wie ich mich während des Tages verhielt.
Für mich ging es in der Unterscheidung natürlich auch um das Ergebnis von dem, was ich tat, aber auch darum, ob meine Werte und meine Haltung miteingeflossen sind.
Wohlgemerkt würde ich nicht behaupten, dass Künstler:innen immer bewusst gestalten. Manchmal fließt es einfach und sie befinden sich im Flow. Aber ist das Zufall? Eher ist Flow ein Ergebnis aus einer Haltung und dem Einlassen auf das, was im Moment da ist. Und am Ende stehen sie für den Weg ein, den sie beschritten haben.
Und deshalb eine Frage:
»Gibt es etwas in dieser Woche, unter das du gerne deinen Namen schreiben würdest?«
Die Frage lädt zugleich zu einer anderen Frage ein:
»Was kannst du tun, dass du gerne deine Unterschrift draufschreibst?«
PS: Während ich diesen Artikel schrieb, hörte ich »In Triage« (Kategorie: Electronic, High Neural Effect) auf brain.fm.